Filmsommer im August(inum): Rosen für den Staatsanwalt
Bissige Satire über die Zustände in der bundesdeutschen Justiz der Adenauer-Ära
BRD 1959, 98 Minuten
Regie: Wolfgang Staudte
mit Martin Held, Ingrid van Bergen, Walter Giller
„Ein wichtiges Beispiel filmischer Arbeit an der Vergangenheit.“ (Heyne-Filmlexikon)
Wegen einer Lappalie wird der Soldat Rudi Kleinschmidt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs von dem skrupellosen Kriegsgerichtsrat Wilhelm Schramm zum Tode verurteilt. Rudi entkommt der Vollstreckung nur durch einen Zufall. Über zehn Jahre später kreuzen sich ihre Wege im Westdeutschland der Adenauer-Ära wieder. Schramm ist mittlerweile ein geschätzter Oberstaatsanwalt mit vermeintlich weißer Weste. Als er Kleinschmidt wiederbegegnet, setzt er alle Hebel in Bewegung, um den unliebsamen Zeugen seiner Vergangenheit loszuwerden…
Wolfgang Staudte war einer der ganz wenigen Regisseure, die in den 1950er-Jahren entgegen den kollektiven Verdrängungsversuchen Belege dafür sammelten, wie sehr Deutschland während des Wirtschaftswunders durch Kriegsverbrechen und unbestrafte Täter geprägt war. „Rosen für den Staatsanwalt“ basiert auf der Geschichte von Otto Wöhrmann, der im Dritten Reich als Kriegsgerichtsrat an unrechtmäßigen Todesurteilen beteiligt war und in der Bundesrepublik dennoch problemlos Karriere machte – er wurde Senatspräsident am Oberlandesgericht Celle.
Beim Filmsommer im August(inum) 2026 stellen verschiedene engagierte Menschen des Hauses ihre Lieblingsfilme vor. „Rosen für den Staatsanwalt“ ist ein Lieblingsfilm von Dr. Peter Kirchesch, dem Vorsitzenden des Bewohner-Beirates im Augustinum Heidelberg.
Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro
Bildverweis: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.