Dritter Emmertsgrunder Kultursommer zieht trotz kürzerer Laufzeit Rekordpublikum an

29.09.2026

Unter dem Motto „Gemeinsam Kultur entdecken“ ist der dritte Emmertsgrunder Kultursommer mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Vom 5. Juli bis 29. August – und damit im kürzesten Zeitraum der bisherigen Kultursommer-Geschichte – wurde der Vorplatz des Bürgerhauses Emmertsgrund bei insgesamt 24 Veranstaltungen erneut zur Bühne für Musik, Literatur, Tanz und Begegnung. Über 2.000 Gäste kamen in diesem Jahr – deutlich mehr als 2025, als rund 1.500 Besucherinnen und Besucher gezählt wurden.

Eröffnet wurde der Kultursommer am 5. Juli von Heidelbergs Kulturbürgermeisterin Martina Pfister. Für den energiegeladenen Auftakt sorgten die Taiko-Trommlerinnen und -Trommler von Taiko Heidelberg, bevor die Afrikachöre Mokolé und Mokosheela mit Gospels und Liedern aus Südafrika, Ghana und Kenia für afrikanische Lebensfreude sorgten.

Beim „Rap- & Gesangscontest Emmertsgrund“ zeigten junge Talente aus dem Stadtteil ihr Können, während sich das Publikum beim Wieblinger Liederkellner Charly Hanenberg Lieder aus seiner Karte wünschen konnte, die er zum Besten gab. Nachdenkliche Töne brachte die Gesprächsveranstaltung „Deportation, Verlust und Neubeginn“ im HeidelBERG-Café, die Geschichten von Russlanddeutschen und Tschetscheninnen und Tschetschenen zusammenführte. Jazzy Licious entführte mit Manouche-Jazz in leichtere Stimmung, und das Quartett Coppelia animierte das Publikum mit Son Cubano wie schon im Vorjahr zum Tanzen und sorgte für kubanisches Flair. Für den Auftritt des Heidelberger HardChors entschied man sich für die bessere Akustik im Saal statt auf der Open-Air-Bühne – der Abend war ausgesprochen gut besucht, und das Publikum zeigte sich begeistert, ein echtes Highlight des Monats. Die Band „Darf der Kleine eine Scheibe Wurst“ rundete mit Rock, Blues und Country das musikalische Spektrum ab. Literarisch wurde es mit der früheren Bundesverfassungsrichterin Susanne Baer, die aus „Rote Linien – Wer beschützt unsere Demokratie?“ las, sowie mit dem Theater und Orchester Heidelberg, das mit „Die Gießkanne“ nach dem Buch von Saša Stanišić eine eigens für den Kultursommer zugeschnittene Pocket-Version auf die Bühne brachte – während die Kinder des Leseclubs im Bürgersaal mit ihrer Recycling-Modenschau „Müll auf dem Laufsteg“ für Aufsehen sorgten. Den Juli schloss die Galapagos Big Band mit Swing und Jazz krönend ab.

Nach einem sonnigen Juli versuchte das Wetter im August dem Kultursommer öfter einen Strich durch die Rechnung zu machen – was jedoch immer gut durch die Alternative im Medienzentrum/HeidelBERG-Café aufgefangen werden konnte.

Mantralounge, das Ensemble aus dem Emmertsgrund selbst, eröffnete den Monat mit ruhigen Klängen aus Lounge und World Music – ein Heimspiel im besten Sinne. Danach ging es bunt weiter: Naadbharat brachte indische Musik von klassischen Ragas bis Bollywood auf die Bühne, die Riot Writers lasen sich mit „Heiter bis Apokalypse“ durch komische wie ernste Töne, und Groovin’Nana sorgte mit Jazz, Groove und Soul für mitreißende Stimmung. Der Dichterinnen- und Dichterkreis Kamina nahm das Publikum mit „Federschwung“ mit auf eine Reise zwischen Hörsaal und weitem Meer, und Annette Harings Auftritt ging nahtlos in die Friday Grooves über.

Die Brasil Sessions mit Rodrigo y Luis sorgten im Medienzentrum/Café mit Samba und Latin Groove für Stimmung. Auch das WoAndersKino, das eigentlich für den Alexander-Mitscherlich-Platz geplant war, musste kurzfristig dorthin umziehen – die Verlegung tat der Zuschauerzahl keinen Abbruch.

Gegen Monatsende lasen Christian Goltsche und Adriana Stenger unter dem Titel „Am Anfang war die Reise“. „Das Haus der Science Fiction“ entführte mit Texten und Musik in ferne Galaxien. Krankheitsbedingt musste zudem Bas van Dijk absagen, kurzfristig sprang das Felix Fromm Quartet ein.

Kurz vor Ende sorgte Curry Beat mit Rock, Funk und Reggae noch einmal für gute Laune, bevor The Shades of Soul mit einem Besucherrekord den eigentlichen Höhepunkt und krönenden Abschluss des Kultursommers setzten.

Ein besonderer Dank gilt dem Kulturamt der Stadt Heidelberg und dem Amt 61 der Stadtverwaltung für die Unterstützung der vergangenen drei Jahre. Erstmals galt in diesem Jahr das Pay-what-you-want-Prinzip: Den Eintrittspreis bestimmte jede und jeder selbst – maßgeblicher Grund dafür ist, dass die KulturLAB-Förderung nach dieser Ausgabe ausläuft. Die Spendenbereitschaft des Publikums fiel großzügig aus und fließt direkt in den Kultursommer 2027. Das Veranstalterteam hofft, dass sich neue Förderer finden, die den inzwischen etablierten Kultursommer künftig tragen.

„Dass im ersten Jahr des Pay-what-you-want-Prinzips so viele Spenden zusammengekommen sind, zeigt: Der Kultursommer findet großen Anklang im Stadtteil und darüber hinaus in ganz Heidelberg. Jetzt hoffen wir, dass sich neue Förderer finden, die dieses gewachsene Format weiter unterstützen“, sagt David Hilkert, Projektleitung des Kultursommers vom Stadtteilmanagement Emmertsgrund. „Es freut uns sehr, wie sehr sich der Kultursommer inzwischen im Emmertsgrund etabliert hat – das merken wir vor allem daran, dass sich immer mehr Künstlerinnen und Künstler von sich aus bei uns melden“, ergänzt Christoph Ecken vom HeidelBERG-Café.