15
April
2026

Neue Sachlichkeit: Darstellung der Wahrheit?

Datum 15.04.2026 19:00 Uhr
Ort Augustinum Heidelberg, Jaspersstraße 2, 69126 Heidelberg

Vortrag von Dr. Andrea Schmidt-Niemeyer

Im vergangenen Jahr feierte die Kunsthalle Mannheim das 100jährige Jubiläum der Ausstellung „Neue Sachlichkeit“, mit der sie 1925 einer ganzen Epoche einen Namen geben sollte. In der sehr umfangreichen Schau sah man sehr deutlich, dass es DIE Neue Sachlichkeit eigentlich nicht gab. 

Mit der „Neuen Sachlichkeit“ suchten Kunstschaffende unterschiedlichste Wege der Darstellung der Wirklichkeit– mal in provozierenden, manchen hässlich erscheinenden Gestaltungen, dann wieder in scheinbar zeitlosen, fast klassisch wirkenden Bildern. Dabei ging es nicht nur um ästhetische Fragen, sondern auch um gesellschaftspolitische Positionen, die gerade in diesen schwierigen 1920er Jahren immer wieder Thema waren. 

Sicherlich glaubte jeder mit seinen Themen, mit seinen Gestaltungen die wahren Werte zu verteidigen und für die richtigen Ideale einzutreten. Doch gibt es diese Wahrheiten? Oder ist nicht gerade das Nebeneinander ganz unterschiedlicher Standpunkte das Besondere an Freiheit und Demokratie? Das sind Fragen, die uns auch heute wieder beschäftigen. Diese Vielstimmigkeit fand 1933 ein jähes Ende – und bald wurden nahezu alle Werke der Neuen Sachlichkeit als „entartete Kunst“ diskreditiert. 

In ihrem Vortrag zeigt und erläutert die Kunsthistorikerin Dr. Andrea Schmidt-Niemeyer verschiedene Werke der „Neuen Sachlichkeit“ und stellt dabei auch die verschiedenen Richtungen wie den „linken“ Verismus und den „konservativen“ Neoklassizismus gegenüber.

Bilder: Georg Scholz: Arbeit schändet (1921), 
Alexander Kanoldt: Der rote Gürtel (1929), 
Ilona Singer: Kind mit Teddybär (1927)
Bildverweis: www.wikimedia.org

Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro

19:00 Uhr
Ort
Augustinum Heidelberg, Jaspersstraße 2, 69126 Heidelberg

Veranstalter