Viola und Violine– Mutter und Tochter
Lotta und Almut Nikolayczik spielen Duos von W.A. Mozart und Bohuslav Martinu
Die Streichinstrumente Violine und Viola sehen fast identisch aus, erzeugen jedoch ganz verschiedene Klangfarben. Während die Violine vor allem in hohen Lagen obertonreich und brillant klingt, hat die Viola einen herberen, dunkleren Klang. Wörtlich übersetzt heißt „Violine“ übrigens „kleine Viola“ – die Violine kann also als Tochter der Viola gesehen werden.
Passend dazu musizieren an diesem Konzertabend Mutter und Tochter mit diesen beiden ähnlichen, aber doch verschiedenen Instrumenten. Auf dem Programm stehen zwei Duos für Viola und Violine von Mozart in G-Dur (KV 423) und B-Dur (KV 424) sowie drei Madrigale von Martinu (H. 313).
Diese beiden Duos von Wolfgang Amadeus Mozart entstanden 1783 in Salzburg als heimlicher Freundesdienst für den kranken Michael Haydn. Dieser sollte für den Fürsterzbischof sechs Duos komponieren, schaffte aber nur vier. Da Mozart seinen ehemaligen Dienstherrn verabscheute, nutzte er die Gelegenheit, um dem musikbegeisterten Regenten zwei eigene, technisch anspruchsvolle Meisterwerke unter Haydns Namen unterzuschieben.
Bohuslav Martinus drei Madrigale entstanden 1947 im US-Exil in einer Phase tiefer Depression, geprägt von einem schweren Unfall und der Sehnsucht nach seiner tschechischen Heimat. Er schrieb das Werk für das befreundete Musiker-Ehepaar Fuchs und schuf damit einen Meilenstein dieser Gattung. Durch virtuose Effekte wie Akkordspiel und Tremoli erzeugen die beiden Instrumente die Klangfülle eines ganzen Streichquartetts, während im Finale tschechische Volksweisen hörbar werden.
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
Bildverweis: Almut Nikolayczik